HypoVereinsbank übernimmt rund zehn Prozent vom Erotikkonzern Beate Uhse

Die HypoVereinsbank hat sich mit rund zehn Prozent am Erotikkonzern Beate Uhse beteiligt. Reuben Rotermund, ein Enkel der vor sieben Jahren verstorbenen Beate Uhse, hat sich von seinen Aktienanteilen getrennt.
Aktienexperten waren bisher davon ausgegangen, dass Ulrich Rotermund, der Sohn von Beate Uhse, seine Anteilsscheine, er besitzt etwa 17,5 Prozent, abgeben würde. Dieser hatte bereits vor über einem Jahr einen Verkauf angekündigt.
Der Aktienkurse des Erotikunternehmens war bis Ende 2003 auf 13,50 Euro gestiegen, danach ging es jedoch steil nach unten. Am gestrigen Montag notierte das Papier bei 1,18 Euro, ein Plus von 14,6 Prozent gegenüber Freitag.
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Enkel von Beate Uhse verkauft Anteile

von Katja Wilke (Berlin)

Die Gesellschafterstruktur des Erotikunternehmens Beate Uhse ist aufgebrochen worden: Der Enkel der Firmengründerin Beate Uhse, Reuben Rotermund, hat sich von knapp zehn Prozent der Anteile getrennt.

Als Käufer trat eine Bank auf. Die HypoVereinsbank erwarb die Anteilsscheine. Die Beteiligten äußerten sich nicht zu den Hintergründen des Verkaufs. Bislang hatten Branchenbeobachter erwartet, dass sich Ulrich Rotermund von seinen Anteilen trennt. Der Sohn der 2001 verstorbenen Unternehmensgründerin hatte bereits Anfang 2007 bekannt gegeben, seine Anteile verkaufen zu wollen. Rotermund hält nach Unternehmensangaben 17,5 Prozent. Der unklare Verbleib seines Anteils laste “wie Blei auf dem Kurs”, hatte Vorstandschef Otto Christian Lindemann noch vor Kurzem geklagt. Nach dem Börsengang von Beate Uhse im Jahr 1999 hielt die Aktie die Investoren in Atem. Ende 2003 hatte sie ihren Höchstkurs mit 13,50 Euro. Danach ging es kontinuierlich bergab. Die Meldung vom Verkauf der Anteile ließ das Papier am Montag immerhin um 14,6 Prozent auf 1,18 Euro steigen.

Der Erotikkonzern restrukturiert seit Jahren erfolglos sein Filialkonzept. In der Vergangenheit sollten Filialen unter der Marke “Mae B” verstärkt Frauen in die Läden locken. Das Konzept floppte. Gleichzeitig versäumte Beate Uhse, das Geschäft im Internet strategisch aufzubauen. Im April kündigte Lindemann zum wiederholten Mal eine neue Strategie an, um das Schmuddelimage abzustreifen. Zunächst solle der Wildwuchs der europaweit etwa 300 Filialen eingedämmt und diese auf zwei Vertriebslinien reduziert werden: hochwertigere Erotikshops, die Frauen ansprechen sollen, und sogenannte Fun Center für die klassische männliche Kundschaft.

Die Finanzierung der Umgestaltung steht nach Angaben von Lindemann. Durch eine Kapitalerhöhung erhielt der Konzern vor wenigen Monaten 25 Mio. Euro frisches Eigenkapital. Die Rotermund Holding AG mit Sitz in Liechtenstein hält nur noch unter zehn Prozent an Beate Uhse. Hauptaktionär ist die holländische Consipio Holding AG, die zur Familie des Aufsichtsrats Gerard Cok gehört.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat das Flensburger Unternehmen einen Nettoverlust von 13,2 Mio. Euro erwirtschaftet, im Jahr zuvor waren es noch 10 Mio. Euro Plus. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um fast 36 Prozent auf 15,7 Mio. Euro. Lindemann hatte es bei der letzten Pressekonferenz abgelehnt, eine Prognose abzugeben.

Quelle: ftd.de

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